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Unfallforschung: Ablenkung ist gefährlicher als Alkohol

Puh, was für eine Nachricht: Abgelenkte Autofahrer waren im vergangenen Jahr für mehr Todesfälle auf deutschen Straßen verantwortlich als alkoholisierte Fahrer. Die neue Verkehrssicherheitsstudie aus dem Allianz Zentrum für Technik zeigt, dass sich die Gefahr eines Unfalls deutlich erhöht, wenn Fahrer ihre Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr auf technische Geräte wie Smartphones, Tablets oder Navis lenken. Für viele der heutigen Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsfunktionen im Auto belegt die Untersuchung erstmals den statistischen Zusammenhang mit höheren Unfallraten.

So berichten 60 Prozent der Fahrer, die in den zurückliegenden drei Jahren Unfälle hatten, dass sie ihr Mobiltelefon beim Fahren händisch genutzt hatten. Bei Fahrern ohne Unfallerlebnis waren es nur 37 Prozent. Nach Expertenmeinung ist jeder zehnte Unfall mit Getöteten im Straßenverkehr auf Ablenkung zurückzuführen. Im vergangenen Jahr starben fast 3.500 Verkehrsteilnehmer auf deutschen Straßen, 256 davon, weil einer der Unfallbeteiligten alkoholisiert war. Deutlich mehr Personen – etwa 350 – kamen durch Ablenkungsunfälle ums Leben.

Laut der neuen repräsentativen Umfrage der Allianz begeht rund jeder zweite Fahrer Handyverstöße (46 Prozent); etwa drei Viertel der Befragten sind regelmäßig durch die Benutzung verbauter Technik im Fahrzeug abgelenkt (74 Prozent). 39 Prozent bedienen das Navi bei der Fahrt. 58 Prozent suchen oder bedienen die Radiofunktion über das Bordmenü. 15 Prozent aller Fahrer tippen, und knapp jeder Vierte (24 Prozent) liest Textnachrichten mit dem Smartphone. Bei den Befragten bis 24 Jahren ist dies deutlich höher. Auffällig: 52 Prozent werden beim Fahren durch telefonierende Mitfahrer abgelenkt.

Scannten, Firmenkunde, KSKMSE, 18.11.2016.

Scannten, Firmenkunde, KSKMSE, 18.11.2016.

Kein Kavaliersdelikt: Fast die Hälfte der für die Allianz Sicherheitsstudie Befragten gab an, gelegentlich während der Fahrt mit seinem Handy zu hantieren. (Bildquelle: allianz.com, Stefan Heigl)

Quelle: Pressemitteilung „Ablenkung gefährlicher als Alkohol“ der Allianz Deutschland

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