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Retouren: Zu viele Rücksendungen werden einfach entsorgt

Drei Jeans bestellt, eine behalten, den Rest zurückgeschickt – so geht Shopping heute. Doch so einfach das Ganze für den Verbraucher gestaltet ist, so problematisch ist das Retourengeschäft auf Seiten der Online-Händler. Dort nämlich werden immer mehr Retouren vernichtet.

Laut einer aktuellen Studie der Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg haben deutsche Onlinehändler im Jahr 2018 rund 20 Millionen retournierte Artikel entsorgt – zum Beispiel Kleidung, Elektro- und Freizeitartikel, Möbel oder Haushaltswaren. Bei der Hälfte der Waren war eine Wiederaufbereitung technisch nicht möglich. 40 Prozent der Entsorgungen allerdings – und das entspricht 7,5 Millionen Artikeln – seien unnötig gewesen und hätten auch gespendet oder wiederverwertet werden können. Fünf Prozent der Entsorgungen (ca. eine Million Artikel) erfolgten, weil Marken- und Patentinhaber dies vorgeben und den Händlern eine Verwertung aktiv untersagen.

Bei Greenpeace heißt es, beim Onlineriesen Amazon würden 30 Prozent aller Zurücksendungen nicht weiterverkauft. Beim Online-Modeversender Zalando – so haben wir es in einem Interview mit Zalando-Sprecherinnen Basak Teczan in der Verkehrsrundschau 30/2019 gelesen – sind es allerdings lediglich 0,05 Prozent, vor allem nach Beschädigung oder Schädlingsbefall. Zalando tut viel dafür, Retouren wieder regulär weiterzuverkaufen und dagegen, Retouren überhaupt entstehen zu lassen, beispielsweise durch bessere Artikelbeschreibungen oder optimalere Größenangaben.

Recherchequelle: „Was hilft gegen Retouren?“, Verkehrsrundschau 30/2019, Seite 7

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