Beiträge

Nicht immer nett: Arbeitgeber-Bewertungsportale im Internet

Für Unternehmen der Logistik- und Transportbranche stellen Online-Bewerberportale eine wachsende Herausforderung dar: Immer mehr potentielle Bewerber (und Kunden) nutzen die Plattformen, um sich über das Unternehmen zu informieren. Doch die Kommentare sind – weil anonym einstellbar – oft geprägt von Schmähungen, Gemeckere und Lästereien. Das ist in Zeiten von Nachwuchs- und Fachkräftemangel eine brisante Mischung. Außerdem fallen gerade bei kleineren Unternehmen schlechte Urteile besonders ins Gewicht. Und Google findet die Beurteilungen manchmal schneller als die eigene Unternehmenswebsite.

„Gewinnmaximierung um jeden Preis“, „chaotische Planung“, „Ausbeuter !!!“ – auf Portalen wie kununu.com , meinchef.de  oder jobvote.de lassen Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter so richtig Dampf ab. Das wäre nicht so wild, wenn die Bewertungen nicht so fleißig gelesen werden würden. Marktführer kununu verzeichnet jeden Monat 1,5 Millionen Besucher und ist mit  516.000 Bewertungen die größte Plattform für Arbeitgeberbewertung im deutschsprachigen Raum.

Doch welchen Schutz haben Unternehmen gegen ungerechtfertigte Kritik, oder muss man sich hier alles gefallen lassen? Folgendes ist für Arbeitgeber wichtig:

  • Die Äußerung von Kritik hat Grenzen: Tabu bei kununu ist beispielsweise das Bewerten von Personen, das Ausplaudern von Firmengeheimnissen sowie diskriminierende, beleidigende, rufschädigende, rassistische und vulgäre Aussagen. Auch Falschaussagen und Schmähkritik sind natürlich verboten. Betroffene Unternehmen können den Betreiber der Plattform auf die Rechtswidrigkeit der Äußerung hinweisen und um das Löschen des Beitrags bitten
  • Sinnvoll kann es auch sein, direkt zur Bewertung eine eigene Stellungnahme zu hinterlassen und (freundlich) um eine persönliche Kontaktaufnahme zu bitten. Ein „Lieber Kollege, vielen Dank für Ihr Statement. Wir bemühen uns um Verbesserungen und freuen uns über persönliches Feedback. Für ein Gespräch stehen wir jederzeit zur Verfügung“ kann als enorm wertschätzend empfunden werden. Bitte platzieren Sie auf keinen Fall gefakte, besonders positive Bewertungen – das ist unseriös und fällt negativ auf.
  • Nutzen Sie die Bewerberportale aktiv: Einige Portale ermöglichen es, gegen Gebühr ein eigenes Unternehmensprofil zu erstellen. So können Sie Ihr Unternehmen gezielt darstellen und Einblick in den Arbeitsalltag geben. Wer seine Mitarbeiter zum Bewerten auf kununu einlädt und/oder Bewertungen kommentiert und/oder ein eigenes Firmenprofil pflegt, erhält das beliebte kununu-Gütesiegel „OPEN Company“. Das kommt beim Nutzer gut an.

Comments (2)

  • Verol Reply

    In Ihrem Artikel benennen Sie kurz beispielhaft einiger dieser im Internet zugänglichen Arbeitgeberbewertungs-Portale. Diese Liste hätte ruhig etwas ausführlicher ausfallen können. Mittlerweile tummeln sich knapp ein Dutzend verschiedener Webseiten in diesem Themenbereich, als da wären Bizzwatch, Glasdoor, Arbeitgebertest, Jobvoting oder Companize – um nur einige zu benennen.

    4. August 2016 at 17:23
    • Antje Efkes & Team Reply

      Lieber Herr Skrzeba, herzlichen Dank für Ihren Hinweis auf die vielen verschiedenen Plattformen, auf denen Arbeitnehmer heute im Internet ihre Arbeitgeber bewerten können. Das Angebot ist sehr dynamisch – unser Blog-Eintrag stammt aus 2014, als manche Portale wie Glasdoor noch gar nicht am Markt waren. Interessant finden wir, dass die damals von uns genannten Portale Kununu und MeinChef auch heute noch zu den größten Arbeitgeber-Bewertungsportalen gehören. Wichtiger als eine lückenlose Aufzählung war uns herauszustellen, wie Unternehmen mit Portalen dieser Art umgehen können und welche Chancen sich ihnen hier bieten. Ihre Links sind hierzu eine wunderbare Ergänzung! Beste Grüße, Ihr SPEDION Blog-Team

      7. August 2016 at 23:58

Schreibe einen Kommentar zu Antje Efkes & Team Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.