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Nachwuchssorgen: Jeder zweiten Spedition fehlen ausgebildete Fahrer

Jetzt ist es amtlich: In Deutschland herrscht ein eklatanter Mangel an Lkw-Fahrern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von TÜV Rheinland unter bundesweit 250 Speditionen.

Laut TÜV-Studie bestätigen 84 Prozent der befragten Betriebe einen spürbaren Mangel an qualifizierten Berufskraftfahrern, etwa die Hälfte sei direkt vom Fahrermangel betroffen. Knapp drei Viertel geben an, dass ihnen ein bis drei Fahrer fehlen. Bei mehr als jedem vierten Logistikbetrieb fehlen sogar mehr als fünf Lkw-Chauffeure.

Als Hauptgrund für den Fahrermangel sieht ein Drittel der Befragten die unattraktiven Arbeitsbedingungen. Der Job des Berufskraftfahrers geht mit einer hohen psychischen und körperlichen Belastung einher. Die Bezahlung ist im Vergleich zur erbrachten Leistung als zu gering einzustufen. Zudem genießt kaum eine Berufsgruppe in der Öffentlichkeit ein so schlechtes Image wie die Berufskraftfahrer. 18 Prozent nannten das schlechte Image als Hinderungsgrund. Knapp acht Prozent machen den Wegfall der Bundeswehr für den Führerscheinerwerb als Ursache verantwortlich, vier Prozent monieren zu wenig Ausbildungsstellen für den Nachwuchs.

Jürgen Brauckmann, Vorstand Mobilität beim TÜV Rheinland, fordert ein Umdenken im Sinne der Verkehrssicherheit: „Alle Beteiligten – Unternehmen, Verbände, Politik und Bundesagentur für Arbeit – sollten dafür sorgen, dass die Sicherheit auf deutschen Straßen nicht auf der Strecke bleibt, denn der Verantwortliche für die Verkehrssicherheit ist und bleibt der Mensch.“

Möchten Sie dem Fahrermangel in Ihrem Haus aktiv entgegenwirken und Ihre Arbeitsplätze attraktiver gestalten? Alle Details zur TÜV-Studie finden Sie unter www.tuv.com/presse.

Comments (7)

  • Personalrecruiting für KEPs | SPEDION Blog Reply

    […] Nicht nur bei den Speditionen, auch bei den Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) herrscht akuter Personalmangel im Fahrerbereich. Termindruck, niedrige Entgelte, überlange Arbeitszeiten und das schlechte Image erschweren die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern. Drei Tipps für Ihre Personalsuche: […]

    21. November 2012 at 15:15
  • Klaus G. Reply

    Kann ich bestätigen. Im meinem Umfeld haben sich viele Freunde, die LKW-Fahrer waren, weiter gebildet. Die Meisten machen jetzt ein Bürojob. Kann ich auch gut verstehen, denn Familie ist wichtiger als Arbeit.

    19. Dezember 2012 at 17:48
    • Antje Efkes Reply

      Was würde denn Ihrer Meinung nach den Beruf des LKW-Fahrers attraktiver machen? Was sollten Speditionen für Ihre Fahrer tun?

      19. Dezember 2012 at 18:21
      • App-Fan Reply

        Dazu gibt es aktuell eine interessante Umfrage unter den Fahrern der Firma BTK aus Rosenheim.
        Klaus G.: Sehr interessant. Das ist schon Teil des Problems. Welcher Aussenstehende schätzt schon einen LKW Fahrer so ein, dass er sich weiterbildet und einen Bürojob machen kann? Das Image ist einfach schlecht – ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch den einen oder anderen Fahrer gibt, der durch sein Verhalten dazu beiträgt.

        20. Dezember 2012 at 16:12
  • Pinguin Reply

    Der TÜV hat eine Studie erhoben, diese Leute tun was:

    http://www.pro-lkw.de

    20. Dezember 2012 at 17:35
  • Tom Reply

    Sowohl im Transportgewerbe als auch in dessem Umfeld liegt mittlerweile so viel im Argen das es doch eigentlich logisch ist das sich für den, meiner Meinung nach, ehemals tollsten und interessantesten Beruf keinerlei Nachwuchs mehr findet.

    Ich würde heute im Gegensatz zu früher niemanden der jungen Leute mehr empfehlen diesen Beruf zu ergreifen und bin für meinen Teil auch froh nach 24 Jahren on Tour nicht mehr in Europa fahrem zu müssen.
    Die wahren Unterschiede und Defizite werden noch deutlicher wenn man sieht wie in anderen Kontinenten der Fahrerberuf aussieht.

    15. September 2015 at 20:06
    • App-Fan Reply

      Tom,

      da muss man gar nicht soweit gehen („in anderen Kontinenten“). Schau mal in die Niederlande. Da ist es auch nicht mehr so gut, wie vor einigen Jahren, aber schon noch erkennbar anders als hier.

      19. Oktober 2015 at 10:14

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