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Leben retten durch bessere Technik

Fast 500 Menschen sterben pro Jahr bei Unfällen mit schweren Lkw. 3.200 werden schwer verletzt. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat herausgefunden, dass viele dieser Unfälle mit den heute verfügbaren technischen Maßnahmen vermeidbar wären oder glimpflicher ablaufen würden.

Die Analyse hat drei häufige Unfallkonstellationen identifiziert, die besonders schwere Unfallfolgen haben:

  1. Auffahrender Lkw: Fast ein Fünftel aller schweren Lkw-Unfälle und 30 Prozent der dabei Getöteten können dieser Konstellation zuzuordnen waren. Ein optimales Notbremssystem hätte allerdings in etwa 80 Prozent der Fälle den Unfall ganz verhindert oder die Folgen deutlich verringert.
    Deshalb fordert die UDV, dass die Wirksamkeit von Notbremssystemen deutlich erhöht werden muss und dass das System durch den Fahrer nicht dauerhaft deaktivierbar sein darf.
  2. Auffahren auf Lkw: Übermüdung, Ablenkung und zu geringer Abstand führen immer wieder zu schweren Auffahrunfällen von Pkw oder Kleintransportern auf Lkw. In Brandenburg sind etwa ein Viertel aller schweren Lkw-Unfälle dieser Unfallkonstellation zuzuordnen. Die Unfallfolgen sind auch deshalb so schwer, weil der hintere Unterfahrschutz am Lkw zu schwach ist, so dass beim auffahrenden Fahrzeug Knautschzone und Airbags nicht optimal wirken können. Deshalb fordert die UDV, dass die Wirksamkeit des Heckunterfahrschutzes weiter verbessert werden muss.
  3. Abbiegeunfälle von Lkw mit Radfahrern: Besonders schwer und tragisch verlaufen Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Radfahrern, die meist innerorts und an Kreuzungen oder Ein-mündungen passieren. Häufig werden die Radfahrer vom Lkw überrollt. Daher fordert die UDV einen wirksamen elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw, der den Fahrer bei Anwesenheit eines Radfahrers neben dem Lkw warnt. Er könnte in über 60 Prozent aller Unfälle zwischen Lkw und Radfahrer den Unfall verhindern oder zumindest abschwächen.

Recherchequelle: Pressemitteilung „Unfälle mit schweren Lkw enden oft tödlichder UDV vom 26.10.2017

 


 

 

 

 

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