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Krisenjahr 2013?

Die Spedition Nord-Süd hat es erwischt: Die VerkehrsRundschau meldete jüngst die offizielle Geschäftsaufgabe des Unternehmens mit Sitz in Rheda-Wiedebrück. Die Insolvenzanmeldung war bereits im Oktober letzten Jahres erfolgt. Von der Schließung betroffen sind über 400 Mitarbeiter. Die Liste lässt sich fortsetzen: Ende 2012 meldete eines der größten Transport- und Logistikunternehmen der Region Villingen-Schwenningen, die Spedition Menath aus Deißlingen, Insolvenz an. In Österreich folgte das Speditionsunternehmen Tatschel & Söhne mit der deutschen Niederlassung in Rheinmünster. Die Zufall Logistics Group beantragte zu Beginn des Jahres am Standort Göttingen Kurzarbeit für rund die Hälfte der 400 Mitarbeiter.

Als Gründe für die Pleite werden unter anderem die immer höheren Treibstoffkosten, der hohe Anteil an Leerkilometern, die Verteuerung des Frachtraums, geplatzte Großaufträge oder generell ein seit Jahren feststellbarer Abwärtstrend genannt. Auch der Geschäftsführer der Nord-Süd-Spedition Axel Heitmann sieht seine vergebliche Suche nach einem Investor für das insolvente Unternehmen „in einer sich eintrübenden Wirtschaftslage“ begründet.

Sparschwein3aklein

Sind diese Meldungen eher Einzelfälle oder tatsächlich Anzeichen für eine Krise, die in diesem Jahr weiter ihren Lauf nehmen wird?

Wir werden die Entwicklung im Auge behalten und das Thema in unserem Blog immer wieder aufgreifen. Gerne würden wir Ihre Ansichten hierzu hören – schreiben Sie uns!

Comments (2)

  • AppFan Reply

    Vielleicht ist einfach nur die Zeit von Frachtführern dieser Größenordnung abgelaufen?
    Nicht umsonst haben diese oft den Ruf, die Preise kaputt zu machen. Mit der heißen Nadel gestrickte Geschäftsmodelle, die keine Delle aushalten, wenn eine schwierige Lage eintritt. Oft spielt dann auch der Umgang mit Mitarbeitern und Lieferanten eine Rolle, die dann schnell abspringen. Bei so manchem ist es aber auch heilsam.

    13. Februar 2013 at 09:56
  • Antje Efkes Reply

    Vielen Dank für den Kommentar AppFan. Das Thema ist wirklich vielschichtig – die Insolvenzen betreffen ja nicht nur die Großen: In einem Beitrag der „Welt“ wird der Präsident des Deutschen Speditions- und Logistikverbands, Mathias Krage, zitiert: „Es geben aber auch viele kleine Firmen aus der Branche auf, nur bemerkt das kaum jemand.“ (Die Welt online, 06.04.12). Klar, in den Medien berichtet wird nur über die Firmen mit vielen Mitarbeitern. Dass auch die Klein- und Kleinstunternehmern mit den steigenden Spritpreisen und dem hohen Wettbewerbsdruck zu kämpfen haben, wird selten an die große Glocke gehängt. Und die Praxis der Ausschreibungen im Internet fördert das Preisdumping zusätzlich.

    13. Februar 2013 at 15:53

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