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Google und Amazon wollen bald Lebensmittel liefern

Meine Cousine hat letztes Jahr Zwillinge bekommen – und shoppt seitdem ausschließlich im Internet. Auch Lebensmittel? Auch Lebensmittel! Den zwei Babys und vor allem sich selbst möchte sie die Fahrt zum Supermarkt, das Aussuchen und Tüten schleppen ersparen. Wie gut, dass immer mehr Anbieter auch frische, gefrorene oder haltbare Lebensmittel und Drogeriewaren übers Internet verkaufen!

Allyouneed  haben wir hier im  Blog ja schon vor einiger Zeit vorgestellt. Mittlerweile wollen auch die Großen mitmischen: In den USA kooperiert Google bereits mit mehreren Lebensmittelhändlern und liefert unter dem Namen Google Express  auch frische Produkte nach Hause – noch am selben Tag und zu günstigen Liefergebühren. Konkurrent Amazon ist seit 2007 mit Amazon Fresh  am Markt und will bald auch in Europa frische Lebensmittel anbieten, so war es vor kurzem bei Spiegel Online  zu lesen. Los geht’s in Großbritannien, wo Amazon eine Allianz mit der Supermarktkette Morrison’s geschlossen hat.

Wir sind sehr gespannt, wie sich das logistisch hochkomplexe Liefergeschäft weiter entwickeln wird. Ob die Kinder meiner Cousine in dreißig Jahren überhaupt noch einen Fuß in ein Lebensmittelgeschäft setzen werden? Was meinen Sie?

Comments (3)

  • F.H. Reply

    Von dem Amazon fresh Angebot habe ich schon gelesen, von Google aber noch gar nichts gehört. Bei Amazon liegt das Thema wenigstens nahe. Dass Google Lebensmittel liefern will, finde ich irgendwie absurd. Das wäre ja so, als wenn MediaMarkt Kochkurse anbieten würde. Nun ja.
    Viel heftiger finde ich das Thema Amazon Go (https://www.online-supermarkt-vergleich.net/der-amazon-supermarkt-kommt-mit-app-statt-kasse/). Da wird Amazon sicher und vor allem leider im Bereich des Lebensmittel Lieferservice ganz schön die Nase vorn haben. Ich persönlich finde es gruselig wie viele Märkte der Konzern mittlerweile beherrscht und wie viele „kleinere“ Firmen damit verdrängt werden. Und wenn ich beim Einkaufen nicht mal mehr eine Kassiererin vor mir habe, dann ist ja schön der Weg für eine komplett sozial verwahrloste Gesellschaft geebnet.
    Bald kommunizieren wir alle gar nicht mehr oder nur digital miteinander.

    13. Januar 2017 at 12:29
    • Antje Efkes & Team Reply

      Liebe/r F.H.!
      Vielen Dank für Ihren Kommentar und den Hinweis auf Amazon Go. Zuerst mussten wir an die Selbstscanner-Kassen bei IKEA, REWE oder tegut… denken. Auch hier soll dem Kunden ja das Schlangestehen an der Kasse erspart werden, vor allem beim „kleinen Einkauf“ mit nur wenigen Artikeln. Bisher steht bei den Expresskassen allerdings noch immer Personal bereit, um bei Fragen Hilfestellung zu geben. Doch ein Supermarkt ganz ohne Kassierer wie bei Amazon Go?
      Für mich klingt das zugegebenermaßen ziemlich bequem und verführerisch: Wen nervt es nicht, sich an eine Kasse anzustellen, den Wagen ein- und auszuräumen, nach Geld zu kramen? Die gewonnene Zeit würde ich viel lieber mit Freunden oder der Familie verbringen. Ich denke nicht, dass ohne Kasse die Gesellschaft zu verrohen droht. Denn ganz ehrlich: Über ein freundliches „Guten Tag“ geht das Gespräch mit der Kassiererin doch selten hinaus. Da würde ich mich eher freuen, wenn im Markt selbst mehr Mitarbeiter präsent wären und z.B. bei der Suche nach einem Artikel helfen oder mich zum Inhalt eines Produkts beraten. Da bleibt möglicherweise mehr Gelegenheit zum Plausch als am stressigen Kassenband. Wichtig finde ich, dass der Kunde weiter die Wahl hat, ob er einen Supermarkt mit oder ohne Kasse besucht, damit niemand ausgeschlossen wird. Und natürlich, dass die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Denn mir persönlich bereitet das Datensammeln und -verwerten mehr Sorge als die digitale Kommunikation.

      16. Januar 2017 at 14:17
  • Jürgen Reply

    Interessant, dass jetzt auch die „ganz Grossen“ mitmischen wollen. Ich hoffe nicht, dass das auf Kosten der Mitarbeiter geht, die im Moment in Supermärkten generell tätig sind. Die Onlinesupermärkte hierzulande sind ja in großem Maße abhängig von den Versanddienstleistern, die entsprechende Waren frisch liefern können. Vom Lieferpreis bei gekühlten und Tiefkühl-Waren sind sie in etwa alle vergleichbar: außer bei Rewe, der einen eigenen Fuhrpark hat. Bin gespannt, ob Amazon/Google auf etablierte Versanddienstleister wie DHL zurückgreifen, oder etwas Eigenes ins Leben rufen werden.

    17. Januar 2017 at 22:34

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