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Deutsche Bahn, Otfried Preußler und La Brass Banda sind „Sprachwahrer des Jahres 2013“

„Fahr mim Bulldog in de Wiesn leg mi nackert an mein see, weil die nackertn gspiern nackert an see so wunderschee…“ Bei den grandiosen Konzerten der bayrischen Blasmusikgruppe LaBrassBanda verstehen wir auf Anhieb zwar nicht alles, aber die Jungs machen einfach Spaß und leisten – so die Leser der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ – mit ihren bayerischen Texten einen wichtigen Beitrag zum Spracherhalt. Für ihren Beitrag „Nackert“ zum europäischen Liederwettbewerb „ESC“ wurde die Münchner Band bei der Abstimmung zum „Sprachwahrer des Jahres 2013“ auf Platz 3 gewählt.

Platz 2 ging an den im vergangenen Jahr verstorbenen Otfried Preußler. Der Kinderbuchautor wollte verhindern, dass sein Buch „Die kleine Hexe“ politisch korrekt umgeschrieben wird. Nach seinem Tod machte der Verlag aus Eskimofrauen „Indianerinnen“, aus dem Hottentottenhäuptling einen „Seeräuber“ und aus den Negerlein „Messerwerfer“.

Weil die Deutsche Bahn englische Begriffe inzwischen häufig vermeidet, erhielt das Unternehmen 19 Prozent aller Stimmen und belegte damit Platz 1. Früher als Sprachpantscher verunglimpft, hat die Bahn im vergangenen Jahr beispielsweise „Service Points“ durch „Information“ ersetzt und „Flyer“ durch „Handzettel“. Zudem hat das Unternehmen ein rund 2.200 Einträge umfassendes Glossar erarbeitet, mit dem Mitarbeiter englische Begriffe meiden können.

Der „Sprachwahrer des Jahres“ wird seit dem Jahr 2000 gewählt. Mit der Auszeichnung soll ein vorbildlicher Einsatz für die deutsche Sprache gewürdigt werden. Den Preis erhielten bisher unter anderen Frank Plasberg (2012), Loriot (2011) und Papst Benedikt XVI. (2005). Auf der Webseite der deutschen Sprachwelt können bald Vorschläge für die „Sprachwahrer 2014“ abgegeben werden.

Hier das Video „Nackert“ von La Brass Banda:

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