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Achtung bei Gesten im Ausland

Waren Sie schon mal in Indien? Dann kennen Sie sicher dieses charmante Hin- und Herwiegen des Kopfes, das Zustimmung bedeutet, von uns aber eher mit einem Nein verwechselt wird. So gibt es weltweit natürlich viele Gesten und Körperhaltungen, die unterschiedlich interpretiert und benutzt werden. Im Fachmagazin „Reinigungs Markt“ haben wir eine interessante Pressemitteilung des TÜV Nord zu heiklen Gesten gefunden:

(1) Victory
Das „V“-Zeichen steht in Deutschland für „Victory“ (Sieg) oder „Peace“ (Frieden). In Großbritannien, Irland, Neuseeland oder Australien hingegen bedeutet es „f*** you!“, wobei dabei der Handrücken zum Gegenüber zeigt und nicht wie bei uns die Handfläche.

(2) Vieldeutiger Kreis
Wenn Daumen und Zeigefinger einen Kreis bilden, kann das viel bedeuten. In den USA heißt es: „Ok, prima!“ In Deutschland meint es „spitze“ oder „1a“. Franzosen und Belgier bezeichnen auf diese Weise eine Sache oder eine Person als wertlos. Japaner spielen damit auf Geld an. In Ländern wie Thailand und Brasilien verbindet man mit dem Kreissymbol etwas Obszönes. In Mexiko kann man so zu sexuellen Aktivitäten einladen. Und wenn Sie in Russland oder einigen Mittelmeerländern damit konfrontiert werden, unterstellt Ihnen Ihr Gegenüber eine Vorliebe für das eigene Geschlecht.

(3) Daumen hoch!
Alles paletti. Gut gemacht! Das denken sich bei diesem Anblick die meisten Europäer. Aber in einigen Ländern, darunter Russland, Griechenland und Australien, handelt es sich um eine obszöne, rüde Geste.

(4) Wackelhand
Türken drücken mit der Wackelhand ihr Wohlgefallen aus: tolle Sache! In Italien hingegen fragt man auf diese Weise: „Was soll das? Was willst du?“ In Ägypten wiederum bittet man so um etwas Geduld. Und werden die Finger in dieser Position geöffnet und geschlossen, besteht eine weitere Verwechslungsgefahr. „Hast du Angst?“ würde man unter anderem in Mexiko mit dieser Geste fragen.

(5) Zwei Hörner
Während in Deutschland Heavy-Metal-Fans sich gegenseitig die zwei Hörner zeigen, stehen sie in Italien und einigen anderen Mittelmeerländern sowie Südamerika für: „Du bist gehörnt!“ Soll heißen: Deine Frau betrügt dich.

(6) Die Nase zwischen den Fingern
Deutsche, US-Amerikaner, Briten, Spanier und Franzosen kennen das harmlose Spiel mit Kindern, wenn man nach einer Nase greift und diese dann vermeintlich zwischen den Fingern hält. Der Daumen, der dort hervorlugt, weist allerdings im osteuropäischen Raum lästige Bittsteller ab. Und in Italien, Griechenland, Türkei oder der Niederlande spielt man so auf weibliche Geschlechtsteile an.

(7) Vogel zeigen
Das Universalsymbol für Verrückte gibt es in zahlreichen Varianten: In manchen Ländern tippt man sich mit dem Finger an die Schläfen, in anderen dreht man Finger oder Hand am Kopf. Allerdings deutet ein Finger am Kopf zuweilen auch an, dass jemand besonders klug ist. Und lässt ein Motorradfahrer in den USA den Finger in Kopfhöhe zirkulieren, so warnt er: Polizei in der Nähe!

(8) Der Lockruf
Jemanden herbeizuwinken kann im Ausland eine hochdelikate Angelegenheit sein. In den USA und anderen westlichen Ländern wie Deutschland locken wir manchmal spielerisch jemanden mit einem Finger zu uns. In Teilen Asiens und Ozeaniens wird das als unverschämt empfunden – so etwas tut man nur gegenüber Hunden oder anderen niederrangigen Kreaturen. Auch das Zeigen mit einem Finger kann unhöflich wirken. Im Notfall mit der ganzen Hand deuten, und im Zweifelsfall lieber nicht in Richtung eines Menschen.

(9) Moutza
Die Finger sind gespreizt, die Hand bewegt sich vom Körper weg zum Adressaten: Wer von einem Griechen mit dieser Geste bedacht wird, hat es sich gründlich mit ihm verscherzt. Sie drückt tiefste Verachtung aus; schlimmer ist nur dieselbe Geste mit beiden Händen. Auch in Pakistan, Armenien und Teilen Westafrikas trifft man auf diese Form der Ächtung, und in Mexiko sowie Teilen Mittelamerikas gilt sie als Drohung. Weniger dramatisch, aber ebenfalls unhöflich ist die vom Körper wegweisende Hand in den USA. „Halt den Mund!“, will der Amerikaner damit sagen. Hier zu Lande machen wir diese Geste in der Regel beidhändig, um jemanden zu erschrecken: Wir springen aus einem Versteck hervor und rufen dabei laut „buh!“

(10) Der Gruß
Möchten Sie Ihrem Gastgeber zum Abschied winken? In den USA, Deutschland und den meisten europäischen Ländern kein Problem. Aber wenn Sie einander direkt gegenüberstehen, ist das in Südostasien und der Türkei eine Beleidigung. Noch dazu kann das Winken an Moutza erinnern (siehe oben). Auch wenn Sie den Arm zum Dank heben oder auf diese Weise jemanden stoppen wollen: Der Teufel steckt im Detail. Wenn schon, dann bitte den Arm vertikal nach oben! Denn nicht nur eine Verwechslung mit Moutza droht. Auch im Ausland erkennt man heute noch den Hitlergruß.

 

 

Bildquelle: TÜV Nord Group

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